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Operationen bei Darmkrebs

Bei Darmkrebs kommt eine Vielzahl verschiedener Operationen zum Einsatz:

Kleine Darmtumore, welche bei der Darmspiegelung entdeckt werden, können oft bei der Darmspiegelung mit der Technik der sog. Submucosadissektion zuverlässig entfernt werden.  Handelt es sich um einen  Krebs im Frühstadium (sog. low risk Karzinom) so ist die endoskopische Entfernung zur Heilung ausreichend. 

Vergewissern Sie sich, daß der die Endoskopie durchführende Arzt auch diese Technik beherrscht, um eine kleine Darmtumor gleich bei der Darmspiegelung entfernen zu können.

Kleine Enddarmkrebs können durch den After schließmuskelschonend und ohne Bauchschnitt zuverlässig entfernt werden (sog. TEM-Technik).

Vergewissern Sie sich daher, ob die Klinik, in der Sie Ihren Darmtumor operieren lassen wollen auch über diese OP-Möglichkeiten verfügt.

Alle anderen Darmtumoren müssen mittels einer Bauchoperation entfernt werden. Hierbei ist zur Sicherung des dauernden Heilerfolges die Einhaltung bestimmter Richtlinien (onkologische Prinzipien) unbedingt erforderlich. So muß das Lymphabflußgebiet des Tumors (Lymphknoten um den Tumor) mitentfernt werden. Der Tumor darf nicht aufgeschnitten oder bei der Operation anderweitig verletzt werden, da sich sonst Tumorzellen im Bauchraum ausbreiten können. Ist der Tumor bereits in Nachbarorgane (v.a. Blase, Eierstock, Leber, Bauchwand) eingewachsen, müssen diese teilweise mitentfernt werden (multiviszerale Resektion), was für den erfahrenen Chirurgen kein Problem ist. Sind auf dem Bauchfell (Peritoneum) Tumorabsiedlungen vorhanden, werden diese vollständig mitentfernt und es wird eine sog. hyperterme intrabdominelle Chemotherapie (HIPEC) des Bauchraumes während der Operation durchgeführt.

Ca 80% aller Darmkrebsoperationen über den Bauch können laparoskopisch (Schlüssellochtechnik) durchgeführt werden, soweit der Chirurg in den Techniken geübt ist.  Die Heilungschancen bei der Schlüssellooperation sind genauso gut, wie bei der Technik mit großem Bauchschnitt. Die Schlüssellochmethode verursacht jedoch nach der Operation weniger Schmerzen und sie sind schneller genesen.

Die laparoskopische Operation des Darmkrebs sollte nicht durchgeführt werden bei sehr großen Tumoren, wenn der Tumor in andere Organe eingewachsen ist oder wenn eine hyperterme intrabdominelle Chemotherapie notwendig ist. Außerdem ist es wichtig, daß der Chirurg über ausreichende Erfahrung in dieser Technik der Darmoperation verfügt.

Noch bis vor 30 Jahren wurde bei den meisten Fällen von enddarmkrebs dauerhaft ein  künstlicher Darmausgang angelegt. Heute ist dies nur noch selten notwendig. Allerdings müssen wir zum Schutz der fragilen Darmnaht im Enddarm nach Entfernung eines Enddarmkrebses (Rektumkarzinom) oft für die Dauer von ca 8-12 Wochen vorübergehend ein künstlicher Darmausgang im rechten Unterbauch angelegt werden. Nach dieser Zeit kann der künstl. Darmausgang in einer zweiten kleinen Operation wieder verschlossen werden.

www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/021-007OL.html