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Innerer Schleimhautvorfall

Der innere Schleimhautvorfall der Enddarmschleimhaut (innerer Rektumvorfall oder Mucosaprolaps-Syndrom) wird immer wieder mit einem Hämorrhoidalleiden verwechselt, da er ähnliche Beschwerden hervorruft. Häufig kommen das Hämorrhoidalleiden und der innere Schleimhautvorfall auch gemeinsam vor. Zusätzlich kann es beim inneren Schleimhautvorfall zum Nässen aus dem After und zu unwillkürlichem Abgang von Winden, Schleim oder kleinster Mengen Stuhl kommen (minimale Inkontinenz). Unbehandelt kann der innere Schleimhautvorfall fortschreiten und zum Austreten des Enddarms aus dem After führen (Enddarmvorfall Grad III). Oft geht der innere Schleimhautvorfall mit anderen Beschwerden wie chronischer Verstopfung, Beckenbodensenkung, Ausstülpung des Darms zur Scheide oder einer Schließmuskelschwäche einher. Eine Behandlung, auch bei geringeren Beschwerden, ist sinnvoll um das Fortschreiten der Beschwerden zu verhindern.

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Mit der Ligatur Behandlung wird der Schleimhautvorfall mit einem kleinen Gummiring elastisch  abgeschnürt und damit wieder auf  normales Maß verkleinert. Nach ca.1-2 Wochen fällt das abgestorbene Gewebe mit dem Ring unbemerkt ab und wird beim Stuhlgang ausgeschieden. Nur selten geht der Ring auch schon früher ab.

An der Basis des abgefallenen Knotens vernarbt die Schleimhaut und wird dadurch wieder gestrafft.

Im Anfangsstadium ist auch der innere Schleimhautvorfall meist durch Gummibandligaturen gut zu behandeln. Durch die Gummibandligaturen wird die Enddarmschleimhaut gerafft und wieder in der richtigen Position fixiert. Nur beim Versagen dieser Behandlung oder im fortgeschrittenen Stadium ist eine Operation notwendig.

Welche Gefahren hat die Gummibandbehandlung?

Außer einem vorübergehenden Fremdkörper‑ oder Druckgefühl ( wie beim Stuhldrang ) in den ersten Tagen kann es selten zu stärkeren Schmerzen kommen. Lassen Sie sich davon nicht beunruhigen, sondern nehmen Sie eine Schmerztablette (z. B. Ibuprofen) ein oder benachrichtigen uns. In etwa 1% der Fälle kann nach Abstoßen des Knotens eine stärkere Blutung auftreten, wenn an der Abbindungsstelle ein Blutgefäß nochmals aufgeht. Das Blut fließt dann in den Enddarm, führt zu Stuhldrang und wird teils frisch, teils geronnen entleert. Eine solche Blutung kann schon nach wenigen Tagen, eher nach ca. 10‑14 Tagen, selten auch erst nach 3 Wochen auftreten. Begünstigt werden solche Blutungen durch Bluthochdruck, heftiges Pressen, Durchfall oder starken Husten. Eine solche Blutung ist zwar selten, erfordert dann aber die Blutstillung durch einen Arzt! Unbehandelt und über Stunden andauernd kann diese Blutung zu lebensbedrohlichen Blutverlusten führen! Sie sollten sich daher  s o f o r t  (auch nachts oder am Wochenende!) in die Praxis oder die Klinik fahren lassen.

Fahren Sie nicht selbst mit dem Auto, da durch den Blutverlust ein Kreislaufkollaps auftreten könnte!

Die Blutung zu stillen ist einfach und für Sie vergleichbar dem Einsetzen der Gummibandligatur vorher: wir müssen in diesem Fall nur die Ligaturstelle anschauen und eine blutstillende Substanz einspritzen sowie die Blutung „abbinden“.

Bei der Terminplanung sollten Sie auf Folgendes achten: da eine Blutung bis zu drei Wochen nach jeder Behandlung auftreten kann, sollten Sie für diese Dauer nicht ins außereuropäische Ausland verreisen bzw. ihre Behandlungstermine danach einrichten.

Im Notfall können Sie einen der Ärzte der Praxis unter der
Telefonnummer 06421 – 929 614 0  erreichen oder Sie stellen  sich direkt in der Notaufnahme der  chirurgischen Universitätsklinik Marburg (Tel.: 06421 – 586 259 4) vor.

Zur Operation

Hämorrhoiden in fortgeschrittenen Stadien (Stadium III und IV) sowie Hämorrhoiden im Stadium II, welche auf die Gummibandbehandlung nicht ansprechen müssen operiert werden. Abhängig von Art und Ausmaß des Hämorrhoidalleidens stehen eine Vielzahl von Operationstechniken zur Verfügung. Es sollte die für jeden Patienten am besten geeignete Operationstechnik gewählt werden. Allen Operationcat-allgemeinchirurgieen ist gemeinsam, dass sie ambulant durchgeführt werden können. Ein Krankenhausaufenthalt ist selten erforderlich. Oft können die Operationen auch in lokaler Betäubung erfolgen. Bei der Operation werden die vergrößerten Hämorrhoidalknoten entfernt, überschüssige Schleimhaut wird mitentfernt und die Haut des Afterkanals wird in ihrer korrekten Position fixiert.

Neue Operationstechniken machen bei vielen Patienten eine schmerzarme, in der Zeit nach der Operation nur wenig belastende Hämorrhoidenoperation möglich. Zudem gehen die neuen Techniken mit einem verminderten Blutungsrisiko und schnellerer Heilung einher.

Auch der innere Schleimhautvorfall muß gelegentlich operiert werden. Hierbei wird die überschüssige Schleimhaut durch den After entfernt. Zusätzlich wird die gesamte Darmwand gerafft und verstärkt werden.

Sollte bei Ihnen eine Operation erforderlich sein, so werden Sie von uns ausführlich über die verschiedenen Operationstechniken und das bei Ihnen am besten geeignete Verfahren beraten.

Tipps:

Zur dauerhaften Sicherung des Behandlungserfolges ist in jedem Fall eine langfristige sorgfältige Stuhlregulierung notwendig. Sie müssen das Pressen bei der Stuhlentleerung vermeiden. Bei fortgesetztem Pressen während der Stuhlentleerung kann es, trotz zunächst erfolgreicher Behandlung, erneut zu einem Hämorrhoidalleiden oder zu einem inneren Schleimhautvorfall kommen.natuerlichheilen-flohsamenschalen

Um einen weichen Stuhlgang zu erreichen müssen Sie zunächst genügend trinken. Ein Erwachsener muss neben der Nahrung zusätzlich mindestens 2 l Flüssigkeit täglich zu sich nehmen. Sie sollten zusätzlich regelmäßig täglich 1 – 2 Eßlöffel gemahlener  indische Flohsamenschalen zu sich nehmen. Bei der Analhygiene sollten Sie feuchtes Toilettenpapier oder Feuchttücher meiden. Zur regelmässigen Hautpflege des Afters raten wir zu weicher Zinkpaste oder Zinkcreme (z.B. Penaten-Creme).