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Bei wem ist Darmkrebs erblich bedingt?

Bei den meisten Patienten ist die Entstehung von Darmkrebs nicht erblich bedingt, sondern erfolgt zufällig. Wir kennen jedoch einige Genveränderungen, die mit einem unterschiedlich hohen Risiko der Entstehung von Darmkrebs einhergehen. Insgesamt sind nach gegenwärtiger Kenntnis ca. 10% aller Darmkrebsfälle auf bekannte genetische Veränderungen zurückzuführen.

Nähere Informationen finden Sie unter: https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/

Vereinfacht kann man sagen: Wenn mindestens 1 erstgradig verwandtes Familienmitglied an Darmkrebs erkrankt ist oder mehr als 2 zweitgradig Verwandte an Darmkrebs erkrankt sind, so gehen wir von einem erhöhten familiären Risiko für die Entstehung von Darmkrebs aus. In diesen Falle sollten Vorsorgedarmspiegelungen in einem früheren Lebensalter beginnen und engmaschiger durchgeführt werden. Auch hier gilt: Durch gezielte Vorsorgedarmspiegelung kann Darmkrebs zuverlässig verhindert werden!

Die deutsche Leitlinie von 2013 erweitert diese Empfehlung noch für Angehörige von Menschen, bei denen zwar kein Darmkrebs, aber Krebsvorstufen, also Adenome beziehungsweise Polypen, entfernt wurden. War der Betroffene jünger als 50, sollten auch seine direkt verwandten Angehörigen zehn Jahre vor dem Diagnosealter erstmals eine Darmspiegelung durchführen lassen.